Bubraum #39: Moin Bumm Tschack

Herbst. Den Bubraum gibt es mittlerweile seit mehr als einem Jahr. Die jüngere Rübe hat Geburtstag und verlangt, dass die Gang wieder in einem Siebensitzer zur Party gebracht wird. Wo ist die Party? Zu allererst mal im Kofferraum des VW Tiguan Allspace.

Eigentlich wollte ich diese Kolumne mit einem Satz anfangen, den meine Frau gesagt: „Der ist ja nicht besonders groß.“ Dann hab ich ihn mir noch einmal durchgelesen und mir gedacht: „Uj!“ Der Satz könnte ja komplett falsch verstanden werden. Ich hab ihn dann wieder weggelöscht. Und mich auf die Metaebene begeben. Es geht nämlich um ein Auto. Ja, eh, Überraschung. Um ein Auto, das sieben Sitze hat und dem man es von außen nicht ansieht. Weil er eben „nicht besonders groß“ ist. Der Wagen. Ein Volkswagen Tiguan Allspace. Hey! Volkswagen! Das Auto. Ich könnte behaupten, sie hätte gesagt „Das ist ja nicht besonders groß“, dann wäre er nicht so verfänglich, dieser erste Satz.

Noch mal also …

„Das ist aber nicht besonders groß“, sagte meine Frau, als ich den nagelneuen, in diesem neuen schimmernden weiß lackierten Tiguan vor die Garage parke. Ich: „Der hat sieben Sitze. In der dritten Reihe können wir aber keine Kindersitze verwenden, nur Sitzerhöhungen, sonst wird’s zu eng.“ Es warad nämlich wieder einmal so weit. Vor etwas mehr als einem Jahr erschien die erste Bubraum-Kolumne in diesem Blog, und bei der Nummer zwei ging’s gleich Richtig zur Sache. Ich hatte damals auch einen Siebensitzer aus dem Hause VW zum Testen bekommen, und zwar einen Seat Alhambra, mit Schiebetür. Dem hatte man die sieben Sitze von außen auch geglaubt. Dem Tiguan glauben es nur Eingeweihte. Von denen es mehr gib, als ich angenommen hätte, aber davon später mehr.

Allspace heißt: plus 22 Zentimeter Länge, 150 Liter mehr Kofferraum-Volumen im Vergleich zum „normalen“ VW Tiguan.
VW Tiguan Allspace, brandneu und schneeweiß, gefällt …
Mein Handy hat einen Selbstauslöser und fotografiert aus der Garage raus ….

 

 

Es warad nämlich wieder so weit gewesen, wie schon gesagt. Die jüngere Rübe feierte Geburtstag im Indoor-Spielplatz in Wiener Neustadt und die feierwütige Meute musste auch hintransportiert werden. Nicht alle Mütter, noch weniger Väter, hatten unter Woche Zeit für einen nachmittäglichen Taxidienst, also habe ich wieder bei Porsche Austria angefragt, ob denn nicht vielleicht ein Siebensitzer im Testfuhrpark angemeldet wäre. „Lieber Herr Szemeliker, wir könnten Ihnen den neuen VW Tiguan Allspace für ein paar Tagen anbieten“, schrieb mir Porsche-Austria-Testfuhrparkchef Stephan Hackl daraufhin zurück. Yippieyeah.

Im Kofferraum sitzen. Auch nach einem Jahr „Bubraum“ ist dieses Erlebnis für meinen Jüngeren nach wie vor das Größte. Klar, ein Sportwagen mit Megabeschleunigung, dem man in die Eisen steigt, obwohl man „das gar nicht darf“, das hat auch was. Nur: Im Kofferraum sitzen „darf man ja eigentlich auch nicht“. Zumindest in Papas Kombi nicht. Und dann gibt es manche Autos, in denen darf man das. Obwohl man es sonst nicht darf. Unendliche Großartigkeit für einen Siebenjährigen.

Zum Auto: Der Tiguan in der um 22 Zentimeter längeren Variante heißt Allspace, misst also 4,7 Meter scharf  und ist brandneu auf dem Markt. Das weiß ich deswegen, weil mich in den paar Tagen, in denen ich den Wagen gefahren bin, so gut wie auf jedem Parkplatz von älteren Herrschaften gefragt worden bin: „Sagen Sie, ist das der längere?“ Eigentlich hört sich das auch verfänglich an, fällt mir gerade auf. War aber sicher nicht so gemeint, auch wenn der eine Nachfragende tatsächlich ein pensionierter Urologe war, wie er mit auch erzählt hatte.

Unser siebensitzige Transporter für das Rudel Siebenjährige hatte einen 2,0-Liter-TDI-Motor mit 150 PS, Automatik mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, 4motion-Allrad-Antrieb, das Top-Ausstattungsniveau Highline und noch um weitere 6000 Euro Extras eingebaut. Darunter feine Sachen wie die der Dynamic Light Assist (blendet mit Rücksicht auf Gegenverkehr oder vorausfahrenden Autos das Fernlicht partiell ab), Automatische Distanzregelung ACC und der Spurwechselassistent „Side Assist Plus“, das im Vergleich für mich eines der besten derartigen System ist. Der Listenpreis für dieses Fahrzeug beträgt knapp 55.700 Euro. Kein Wunder also, dass mich pensionierte Ärzte, emeritierte Museumsdirektoren und ein Großbauer wegen dieses Wagens angesprochen haben.

Am Wulkaprodersdorfer Kirchenplatz …
… neben der Volksschule …
… war die Launchsite des Birthday-Playland-Shuttles.
Party hard ….

Was die Siebenjährigen hingegen interessiert hatte, war – außer dem erlaubten Nichterlaubten, dem Sitzen im Kofferraum – war vor allem die sensationelle Soundanlage im Tiguan. Sogar die Standard-Ausstattung sorgt schon ziemlich viel Bumbum im Bubraum. Es gäbe da noch laut Prospekt das System Excite Surround, 400 Watt mit acht Lautsprechern plus Subwoofer, von der dänischen Firma Dynaudio für VW gefertigt. Das wäre was für den Papa. Ich würde mir alleine deswegen schon gern ein neues Auto zulegen, damit ich mir sowas aussuchen könnte. A Wahnsinn, was da heutzutage verbaut wird. Man höre sich in diesen modernen Automobilen mal den neuen Song der Hamburger Hip-Hop-Veteranen Fünf Sterne Deluxe an: „Moin Bum Tschack“. Richtig. Bum Tschack.

Chef-DJ im Testauto war jedenfalls der neunjährige Herausgeber der „Morgenkatz“, der mir, so schnell konnte ich gar nicht schauen, mein iPhone entwendet hatte, es mit dem Wagen per Bluetooth gekoppelt hatte und von Linkin Park „Castle of Glass“ und von den White Stripe „Seven Nation Army“ gespielt hatte, seine aktuellen Lieblingslieder.

Die Siebenjährigen durften sich danach auch was aussuchen: Die Geburtstagsrübe wünschte sich natürlich sofort den programmatischen Song „Halt Dein Maul“ der deutschen YouTube-Komödianten Y-Titty. Sein Freund Felix war danach an der Reihe und wünschte sich „Ruhe, weil das is so laut da.“ Der Rafi, als Noch-Sechsjähriger der jüngste in der Partie, rief darauf hin: „Nein, noch lauter!“ und forderte ein Lied, das hieß „Wotschanämbumotidä“. Oder so ähnlich, so genau wisse er das selbst auch nicht mehr, es sei aber jedenfalls sein Lieblingslied. Der Morgenkatz-Chef fand es aber nicht auf Apple-Music. Ok. Dann halt: „Oppan Gangnam Style“.

Zuerst einmal drängen alle rein, alle wollen „im Kofferraum sitzen“, es haben aber nur zwei Platz …
Zwei Full-Size-Kindersitze passen in die zweite Reihe. EIgentlich ist es also ein Sechssitzer.
In der dritten Sitzreihe sind lediglich Sitzerhöhungen sinnvoll einsetzbar.
Der Rennsitz gehört dem Neunjährigen am DJ-Pult (Beifahrersitz).
Meet the Gang: David, Niko, Felix, Rafi, Timo (v. li. n. re.)
Gemma, gehtscho, Vuigas
Ok
Ist die dritte Sitzreihe aufgeklappt, wird es enger im Kofferraum.
Wohin mit mir, wohin mit meinem Sackerl?
Da rein …
Ok, ich wär drin …
Kada pak? Fahren wir jetzt, bitte?

Der Tiguan Allspace zeigte sich jedenfalls in den paar Tagen, an denen wir mit ihm zwischen dem Burgenland, Wiener Neustadt und Wien hin und herpendelten, als veritables Reisemobil mit – Überraschung! – viel Platz im Kofferraum (für Kids oder mit umgeklappten Sitzen für viel Gepäck), mit ausreichend Versabilität, den neuesten Assistenz, Navi- kund Infotainment-Zeugs aus dem Hause VW und einer doch recht guten Straßenlage – ich vermute, wegen des verlängerten Radstandes. Einen Handlingkurs bin ich ebenso wenig gefahren wie dass ich ins Gelände ausgeritten wäre. Beim nächsten Mal vielleicht.

Kritikpunkte: Die Parksensorik reagierte für meine Begriffe öfters etwas zu aufgeregt. Maxen machte auch die automatische Motorabschaltung zum Spritsparen, deren Logik ich erst durchschauen musste, aber das schaffen wir auch noch.  Das Ergebnis ist jedenfalls, dass ich mit meinem üblichen Mix aus burgenländischen Landstraßen, niederösterreichischen Autobahnen und Schnellstraßen sowie der Wienerstadt laut Bordcomputer auf einen Verbrauch von 7,1 l/100 km gekommen bin. Geht wahrscheinlich noch besser, passt aber auch, würde ich sagen. Mein privater Kombi sauft 10 Liter Benzin, was soll ich da noch dazu sagen …

Ankunft im Playland. Vor der Gang liegen drei Stunden intensives Toben, dann eine Heimfahrt m it lauter Musik im feinen VW Tiguan Allspace.

Prognose: Der wird sich gut verkaufen, nicht nur an pensionierte Urologen. Um wieder an den Witz vom Anfang anzuknüpfen: Was die wohl in der Soundanlage hören?

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